HEUWEHR


1971 wurde das Heuwehrgerät, als damals erstes Gerät dieser Art im Bezirk Kitzbühel in Kirchdorf stationiert. Dieses überregionale Gerät hatte früher eine ganz wichtige Rolle zur Verhinderung von Heubränden zu tragen. In der Zwischenzeit ist der Einsatz, dank moderner Techniken in der Landwirtschaft, nicht mehr so oft erforderlich.

Die Heuwehr ist eine spezielle Abteilung der Feuerwehr. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Futterstock zu Überhitzen beginnt. Eine solche Überhitzung könnte bis zu einem Brand führen. Die Landwirte müssen nach Einbringen des Futters die Temperatur des Heustockes kontrollieren, dies geschieht meist mit Messsonden, die dem Landwirt die Temperatur im Inneren des Heustockes anzeigen.

Ab 70 ° C muss die Feuerwehr verständigt werden. Es besteht die Gefahr der Überhitzung und deshalb sind entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Zuerst wird mit Heumesssonden die Temperatur des Heustockes ermittelt und der erhitzte Stock lokalisiert

Danach wird mit einer Lanze vorgestochen und die sechs Absauglanzen ins Heu eingeführt

Diese werden mittels Schläuchen an ein Gebläse angeschlossen, dass die erhitzte Luft ins Freie absaugt.

Im Falle eines Brandes kann über die Lanzen Wasser eingeführt werden

Wenn die Temperatur auf 40 bis 50° C gesunken ist, kann mit der gleichen Einrichtung die Belüftung und das Einbringen von Wasserdampf vorgenommen werden, bis kein Temperaturanstieg über 50 °C mehr auftritt. Für den Heuwehr-Geräteeinsatz benötigt man mindestens sechs Mann. Außerdem muss der Brandschutz vor Beginn der Entlüftung sichergestellt sein.

Die Ausrüstung der Heuwehr besteht aus:

  • Be- und Entlüftungsgerät
  • Sammelstück
  • Vorschneider
  • Messsonden
  • Wasserkanister
  • Absaugschläuche C
  • Sonden

 

Das Vorgehen bei einer Heustock-Überhitzung 

Ab 70°C muss die Feuerwehr informiert werden. Die alarmierte Ortsfeuerwehr verständigt den Heuwehrstützpunkt und beginnt einen Heuwehreinsatz vorzubereiten. Sie erstellt zwei B-Druckleitungen, davon ein B-Strahlrohr vor den Heustock und ein B-Strahlrohr vor die Tenne, ebenso bereitet sie zwei Rettungsleinen vor. Die Ortsfeuerwehr ist für den Brandschutz während der Arbeiten des Heuwehrstützpunktes zuständig. Trifft die Heuwehr-Stützpunktfeuerwehr mit ihrer Gerätschaft ein, werden die vordringenden Heuwehrspezialisten mit Rettungsleinen gesichert. Danach spüren diese mit Temperaturmesssonden den heißesten Punkt im Heustock auf. Am Heustock befindet sich NUR die Messmannschaft (zumeist zwei Mann) des Heuwehrstützpunktes. Daraufhin erfolgt das Einbringen der Rohrsonden in den Heustock. Diese werden mit dem Ventilator mittels Schläuchen verbunden. Vom Ventilator aus werden die heißen Gase durch einen Schlauch aus der Tenne ins Freie geblasen. Wichtig ist dabei, dass bis zum Starten des Ventilators kein Sauerstoff nachziehen kann. Dies wird mittels Schieber an den Sonden verhindert. Diese Schieber dürfen erst beim Laufen des Ventilators geöffnet werden. Es wird so lange abgesaugt, bis die Stocktemperatur auf unter 50°C gesunken ist.

Der Einsatz kann sich über mehrere Stunden, sogar mehrere Tage ziehen. Wird ein Temperaturabsinken nicht erreicht, muss der Futterstock zerlegt werden und ins Freie geführt werden. Im Freien wird das Futter mit Wasser gekühlt und somit ein Brand verhindert. Bei dieser Variante ist das Futter allerdings verloren. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig mit der Absaugaktion zu beginnen.

 

ACHTUNG es besteht auch die Möglichkeit der Selbstentzündung durch Heu-Rundballen. Daher keine Lagerung in der Tenne, bzw. an Gebäudeaußenwänden!

 

Heuwehr1

Fotos aus dem Archiv der FF Kirchdorf